Fulda-Gap

Im Kalten Krieg war Fulda, eine Stadt mit 60 000 Einwohnern, als ein wesentlicher Schauplatz des Dritten Weltkrieges vorgesehen.

Geplante Invasion zwischen Rhön und Vogelsberg Richtung Frankfurt/ Main

Die Stadt selbst ist nicht von besonderem militärischem Interesse. Militärisch interessant ist das Gebiet um Fulda. Der Begriff Gap („Lücke oder Senke“) bezieht sich auf die Täler, die Fulda umgeben und die Verkehrswege, die durch die nahen Mittelgebirge führen. Von Osten eindringende sowjetische Streitkräfte wären durch diese Täler vorgerückt – und von Fulda aus ist es ein Leichtes, bis zum strategisch wichtigen Standort Frankfurt/Main und von dort bis zum Rhein vorzudringen. 

Im Fulda-Gap wären die Sowjetischen Truppen und die US-Truppen aufeinander gestoßen. Beide Seiten hatten vor, im Ernstfall Kernwaffen zum Einsatz zu bringen. Dann wäre aus Fulda und dem Fulda-Gap eine atomar-verstrahlte Wüste geworden.

Nach dem Fall der Mauer, nach dem Ende des Warschauer Paktes und der Deutschen Einheit scheint es undenkbar, dass Fulda in einem taktischen Atomkrieg radioaktiv verseucht worden wäre. Aber nach sowjetischer Kriegsplanung, gefunden in den Archiven des Warschauer Paktes, war genau das angedacht.

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