KZ und Todesmärsche
Bei der Pilgerfahrt der Pilgermadonna im Herbst 2019 stießen wir mehrfach auf Hinweisschilder zu nahen Konzentrationslagern bzw. den dazu gehörigen Außenlagern. Wir sind diesen Hinweisen nachgegangen und kamen nach einem Besuch im KZ Flossenbürg beinahe zwangsläufig auf das Thema "Todesmärsche".
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Was sind Todesmärsche? Nachdem ab August 1944 bis zum Frühjahr 1945, also kurz vor Kriegsende, sich vom Osten her die Rote Armee näherte und von Westen her die alliierten Streitkräfte nach Deutschland vorrückten, wurden die in Frontnähe liegenden Konzentrationslager und ihre Außenlager aufgelöst und geräumt. Die Gefangenen wurden per Zug oder LKW oder zu Fuß in andere Konzentrationslager in Marsch gesetzt. Marschunfähige Gefangene wurden von SS-Wachmannschaften oft schon vor Aufbruch des Marsches ermordet.
Die Todesmärsche führten in der Regel durch ländliche Gebiete, über Feld- und Waldwege, mitten durch kleine Städte und Dörfer. Bei den meisten Todesmärschen wurden völlig entkräftete Häftlinge unterwegs am Wegesrand erschossen und verscharrt. Oft unter den Augen der Bevölkerung. Sozusagen vor ihrer Haustür.
Wir mussten feststellen, dass durch unser Gebiet, die Oberpfalz, was die Todesmärsche und ihre Opfer angeht, eine regelrechte Blutspur führt. Wir mussten ebenfalls feststellen, dass nach dem Ende des Krieges offenbar schnelles Vergessen angesagt war; man denke nur an die zügige Überbauung des KZ Flossenbürg.
Nach dem Krieg bemühte sich ein internationaler Suchdienst, die Routen der Todesmärsche festzustellen, Gräber aufzufinden und den Toten anhand ihrer Häflingsnummer ihre Identität und ihren Namen wiederzugeben. Das ist nur teilweise gelungen.
Warum führt uns die Pilgermadonna nun auf die Spur von Konzentrationslagern und auf die Routen der Todesmärschen? Weil der Himmel nicht vergisst. Der Himmel vergisst nicht die Gräueltaten. Vor allem aber vergisst der Schöpfer nicht seine Kinder. Ihre Namen sind in seine Hand eingezeichnet. Sie sind keine anonymen Nummern. Sie haben einen Namen. Alle. Keines seiner Kinder hat er vergessen - auch wenn sie unter schrecklichen Umständen um ihr Leben gebracht wurden. Das Leben, das er ihnen gegeben hat. Weil er sie liebt. Weil er jeden liebt. Weil Gott die Liebe ist.
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