1. Erscheinung des Engels (2)

Erste Erscheinung des Engels,
Frühjahr 1916

Loca do Cabeço – der Ort der ersten und dritten Erscheinung des Engels

„Wir aßen unser Mittagsbrot, beteten den Rosenkranz, wo wir … die Perlen gleiten ließen und nur die Worte „Gegrüßet seist du, Maria“ und „Vater unser“ sagten, um nur bald wieder spielen zu können. Nachdem wir unser Gebet beendet hatten, begannen wir mit Steinen zu spielen.

Wir hatten schon ein Weilchen gespielt, als plötzlich, obwohl es sonst ein ruhiger Tag war, ein starker Wind die Bäume schüttelte. Wir blickten nach oben und sahen dann jene Gestalt…über den Olivenhain auf uns zukommen…: Ein Jüngling von 14 – 15 Jahren, weißer als der Schnee. Die Sonne machte ihn durchsichtig, als wäre er aus Kristall. Er war von großer Schönheit.

Als er vor uns stand, sagte er:

Habt keine Angst! Ich bin der Engel des Friedens! Betet mit mir! Auf die Erde niederkniend beugte er seine Stirn bis zum Boden und ließ uns dreimal diese Worte wiederholen:

Mein Gott, ich glaube an Dich, ich bete Dich an, ich hoffe auf Dich, ich liebe Dich. Ich bitte Dich um Verzeihung für jene, die an Dich nicht glauben, Dich nicht anbeten, auf Dich nicht hoffen und Dich nicht lieben.

Danach sagte er, sich erhebend:

So sollt ihr beten, die Herzen Jesu und Mariens erwarten eure flehentlichen Bitten.

Seine Worte gruben sich so tief in unser Gedächtnis, dass wir sie niemals mehr vergaßen.“ (Sr. Lucia, Erinnerungen)

Die Atmosphäre des Übernatürlichen, die uns umgab, war so intensiv, dass wir ziemlich lange kaum unseres eigenen Daseins inne wurden. .. Wir fühlten die Gegenwart Gottes so gewaltig und innerlich, dass wir nicht einmal untereinander zu sprechen wagten…