„Maria spielt in Thüringen keine Rolle - sie führt Regie!“

8% der Gesamtbevölkerung Thüringens sind Katholiken, 24% Protestanten. Damit ist der Anteil der Christen niedriger, als in den westlichen Bundesländern. Nur im Eichsfeld ist die Mehrheit der Bevölkerung katholisch. Der Besuch von Papst Benedikt XVI. am 24.08.2011 in Etzelsbach war ein besonderer Höhepunkt.

Am Pfarrhaus in Steinbach erinnert ein Plakat an den Besuch von Benedikt XVI in Etzelsbach.

Im Eichsfeld- „hier, wo das Kreuz vom Hügel ragt und dir von Gottes Liebe sagt“ - (Zitat Eichsfeldlied) ist die Gottesmutter Maria traditionell Bestandteil des katholischen Lebens. Sie gehört „einfach dazu“. Davon zeugen u. a. viele (Marien)- Wallfahrtsorte, Marienstatuen in den Kirchen oder der in Deutschland einmalige Rosenkranzaltar im Marienwallfahrtsort Beberstedt. Hier besteht seit 1754 eine Marienbruderschaft, die sich der Marienverehrung besonders widmet. Höhepunkt ist die jährliche Wallfahrt zu Mariä Himmelfahrt mit Kräutersegnung (Sonntag nach dem 15.08).

Gleichwohl geht auch hier die Zahl der Gottesdienstbesucher zurück, die Zahl der Kirchenaustritte steigt. Der Rosenkranz ist in seiner Wirksamkeit als Friedensgebet nicht mehr bewusst, ebenso die Bedeutung der eucharistischen Anbetung und die lebendige Gegenwart Jesu Christi. Im Eichsfeld- „hier, wo felsenfester Glaube, die Blicke hebt vom Staube“- (Zitat Eichsfeldlied) trotzte ein Glaubensbollwerk dem kommunistischen Regime der DDR. Wird dieses Bollwerk nun Opfer des materiellen Wohlstands? Die Regieanweisungen der Gottesmutter scheinen diese Pläne zu durchkreuzen- siehe Thüringenkarte aus dem letzten Rundbrief.

Das Bistum Erfurt (dunkelgrün, rote Bistumsgrenzen) und das Eichsfeld (oben links, schwarze Grenzen) Grundkarte: Openstreetmap

Das heutige Bistum Erfurt, ursprünglich 742 gegründet vom Heiligen Bonifatius, hat aufgrund seiner wechselhaften Geschichte enge Verbindung zu den Bistümern Paderborn, Fulda und Würzburg. Gleichzeitig wünschen sich Christen innerhalb des Bistums engere Verbindungen untereinander, fragen nach ihren Glaubenswurzeln und suchen Glaubensorientierung in säkularem oder verwirrendem Lebensumfeld. Lokale Initiativen und ehrenamtliches Engagement von „begeisterten Alltagschristen“ versuchen, diesem Wunsch gerecht zu werden (Anbetungs- und Lobpreisgruppen, Glaubenskurse, Pilgerfahrten, Einkehrtage etc.). Ebenso besteht großer Informations- und Wissensbedarf zu den Ereignissen in Fatima und deren Bedeutung für die heutige Zeit.

Die Fatima-Nationalmadonna wurde Juli 2020 im Dom zu Erfurt empfangen

Vor diesem Hintergrund basieren alle Aktivitäten für die Fatima-Nationalmadonna auf Privatinitiative von Einzelpersonen, die sich- ähnlich der Kinder in Fatima- von der Gottesmutter ansprechen lassen. Bei der Herbergssuche und dem Anklopfen an zuständigen Türen sind „Betlehem-Erfahrungen“- ähnlich der Geburt des Jesuskindes- inbegriffen. An der Hand der Gottesmutter lernen wir, alles im Herzen zu bewegen und für jede offene Tür dankbar zu sein. Innerhalb von vier Jahren besuchte die Fatima-Nationalmadonna in Thüringen ca. 50 verschiedene Orte und Einrichtungen im kirchlichen und säkularen Bereich, davon einige auch mehrfach.

Die Opfer von Buchenwald wurden von der Muttergottes nicht vergessen (Juli 2020)

Die Gottesmutter belohnt unsere Gastfreundschaft mit überraschenden Begegnungen und Gesprächen, Zeugnissen zu Gebetserhörungen und mit einem wachsenden Gebetsnetzwerk in Thüringen. Beispielhaft ist die Teilnahme an den Sühneaktionen „Deutschland betet Rosenkranz“, „Deutschland dankt Maria“ sowie die Einführung der Herz-Mariä-Sühnesamstage zu nennen. Auf einer der erwähnten Pilgerfahrten spielte der Wunsch an Schwester Lucia zur Einführung der Herz-Mariä-Sühnesamstage eine besondere Rolle. Und schon einen Monat später wurde er zusätzlich zu den bereits bestehenden Orten Olbersleben/Buttstädt, Spahl (Bistum Fulda) und Eisenach in zwei weiteren Orten begangen: Erfurt und Flinsberg/Eichsfeld. 2023 kam Hochheim dazu. Von Flinsberg aus entwickelte sich im Eichsfeld eine rotationsartige Feier des Sühnesamstages. So wurde der Fatima-Gedanke in all jene Gemeinden getragen, aus denen sich bisher einzelne Gläubige zentral versammelt hatten. Im Durchschnitt treffen sich im Eichsfeld ca. 30 Beter. Diese gaben im April 2024 auch „Starthilfe“ für eine Gemeinde nahe Nordhausen. Die Zahl der vom Sühnegedanken erfassten Beter außerhalb des Eichsfeldes umfasst zwar jeweils nur etwa 5-10 Personen. Aber in Treue kommen sie dennoch monatlich in den Anliegen Jesu und Mariens zusammen.

Ermutigt und bestätigt wurde diese Treue u. a. durch eine Fatima-Wallfahrt mit Bischof Dr. Neymeyr in 2023.

Wie sehen die Regieanweisungen der Gottesmutter für 2024 und die weiteren Zukunft aus?

  • Beim diesjährigen Katholikentag in Erfurt wird die Fatima-Nationalmadonna dabei sein (29.05.- 02.06.2024). Sie erhält einen würdigen Platz in der Allerheiligenkirche im Rahmen der 48-Stunden-Anbetung in unmittelbarer Nähe zum Dom. Nach dem Gottesdienst am Fronleichnamstag wird im Anbetungszentrum Allerheiligenkirche das Allerheiligste ausgesetzt bis Samstag 1. Juni 19:00 Uhr. In Abstimmung mit Bischof Dr. Neymeyr wird zu unserer großen Freude während dieser gesamten Zeit die von Papst Johannes Paul VI. geweihte Fatima-Nationalmadonna an diesem Ort Herberge haben. Es wäre sehr schön, wenn viele Gläubige, nicht nur aus Erfurt und Umgebung, ein deutliches Bekenntnis zu den Grundfesten unseres Glaubens abgeben und sich für eine freigewählte Zeit als Gebetswache melden. Don Bosco sah ja bekanntlich in seiner Vision das bedrohte Schiff der Kirche an zwei Säulen Halt finden: Anbetung und Rosenkranz.
  • Im Herbst ist die Fatima-Nationalmadonna erneut in Thüringen zu Gast. Die aktuelle Planung im Eichsfeld lässt die Mutterwünsche bereits erkennen. Neben Eichsfelder Kirchen sind Kindergärten, Seniorenheime und andere soziale Einrichtungen für den hohen Besuch vorgesehen.
  • Im Advent wird in Dingelstädt zu einer besonderen Andacht zum „Schutz des Lebens von Anfang an“ eingeladen.
  • Sehr überraschend für Thüringen ist die Begegnung mit Herrn John Emeka Ojeh aus Nigeria, der aktuell in Erfurt lebt. Er war in seinem Heimatland u. a. Präsident und Nationalsekretär des Weltapostolats von Fatima. So ist es nicht verwunderlich, dass ihm die Verbreitung der Botschaft von Fatima in Thüringen und ganz Deutschland am Herzen liegt. Das Verbindungsnetzwerk der Gottesmutter umfasst die ganze Welt und ermutigt die „kleine Herde“ in Thüringen!

Mutter Teresa hat einen guten Vergleich gebraucht: „Oft kannst du Drähte sehen, die die Straße säumen. Bevor nicht Strom durch sie hindurchfließt, gibt es kein Licht. Der Draht, das sind du und ich! Der Strom ist Gott! Wir haben die Macht, den Strom durch uns hindurchfließen zu lassen und so das Licht der Welt zu erzeugen: JESUS – oder uns zu weigern, gebraucht zu werden und damit der Dunkelheit zu erlauben, sich auszubreiten.“

Pieta in der Wallfahrtskapelle in Etzelsbach

Beitrag von unseren Betern aus der Diözese Erfurt